Schweizer Overshoot Day: Leben auf Pump und was zu tun ist
Der Schweizer Overshoot Day markiert den Zeitpunkt, an dem die Ressourcen für das Jahr aufgebraucht sind. Aber was können wir dagegen tun?
Ein unliebsamer Kalendertermin
Es gibt Tage, die sollte man besser nicht im Kalender markieren. Der Schweizer Overshoot Day ist einer dieser Tage, denn er zeigt uns auf schmerzhafte Weise, dass die Ressourcen unseres Landes für das Jahr aufgebraucht sind. Konkret besagt dies, dass wir ab dem 14. Mai in die sogenannten ökologischen Schulden eintreten. Wir leben also auf Pump, und das nicht nur finanziell, sondern auch ökologisch. Die Frage drängt sich auf: Was können wir eigentlich tun, um diesem umweltpolitischen Dilemma zu entkommen?
Individuelle Handlungsmöglichkeiten
Die Antwort auf diese Frage ist so vielschichtig wie die gesellschaftlichen Verhältnisse selbst. Man könnte meinen, dass der Einzelne machtlos ist gegen die globalen Herausforderungen, aber das ist längst nicht der Fall. Oft sind es die kleinen Veränderungen im Alltag, die eine große Wirkung entfalten können.
Beispielsweise beginnen viele Menschen, ihren Fleischkonsum zu überdenken — eine Maßnahme, die nicht nur der Gesundheit zugutekommt, sondern auch eine positive Auswirkung auf den ökologischen Fußabdruck hat. Wenn weniger Fleisch auf dem Teller landet, bedeutet das weniger Viehzucht, weniger Treibhausgase und sogar weniger Wasserverbrauch.
Ein weiteres Feld, in dem jeder von uns einen positiven Einfluss üben kann, ist der Energieverbrauch im eigenen Heim. Wer sich Gedanken über alternative Energiequellen macht, sei es durch Photovoltaikanlagen oder den Wechsel zu einem Anbieter, der auf grüne Energie setzt, trägt aktiv zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei. Das mag auf den ersten Blick banal erscheinen, doch die Verbreitung dieser Praktiken kann durchaus dazu führen, dass wir den Overshoot Day verschieben und somit die Ressourcen besser nutzen.
Letztlich ist auch das Konsumverhalten ein Thema, das über Wohl und Wehe entscheidet. In einer Welt, in der fast alles immer verfügbar ist, könnte es sich lohnen, die eigene Kaufentscheidung zu hinterfragen. Brauche ich wirklich das neueste Smartphone oder die schicke Mode? Neben der finanziellen Einsparung wird man sich womöglich auch der sozialen und ökologischen Verantwortung bewusster.
So stehen wir vor der Herausforderung, den Schweizer Overshoot Day nicht nur als einen bedauerlichen Termin im Jahr zu betrachten, sondern als Ausgangspunkt für nachhaltige Veränderungen. Es ist nicht die Frage, ob wir etwas tun können, sondern wie und in welchem Ausmaß wir es tun wollen. Die Frage bleibt also offen: Werden wir diese Gelegenheit nutzen oder weiterhin in gewohnter Manier leben und uns in der ökologischen Schuldenfalle verstricken?